{"id":121,"date":"2013-04-29T00:03:40","date_gmt":"2013-04-28T22:03:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.martinkoos.de\/blog\/?p=121"},"modified":"2015-11-26T20:32:38","modified_gmt":"2015-11-26T18:32:38","slug":"ausstellung-lauft","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.martinkoos.de\/blog\/ausstellung-lauft\/","title":{"rendered":"&#8222;berlin sinfonie&#8220; &#8211; Ausstellungser\u00f6ffnung"},"content":{"rendered":"<p><iframe src=\"\/\/e.issuu.com\/embed.html#7796373\/2027412\" width=\"650\" height=\"325\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><em>Artikel aus Eventkritik Berlin vom 9.4.2013:<\/em><br \/>\nAm Sonnabend kam es im B\u00e4nsch zu einer Fotografie \u2013 Ausstellungser\u00f6ffnung mit Musik. Es war: wie zu erwarten \u00fcberaus h\u00f6renswert, \u00fcberraschend sehenswert und es war ein Abend, den man wohl dank reichlicher Offerten an syn\u00e4sthetischen Erfahrungspotentialen noch lange Zeit im Herzen und in der sonst selten sich \u00f6ffnenden Kammer bleibender Erinnerungen tragen wird. Das B\u00e4nsch, eine einzigartige Bar in Friedrichshain, die es auch sonst immer wert ist, ihr einen Besuch abzustatten (allein die handgefertigte Einrichtung &#8211; Bar, Tische, St\u00fchle, Beleuchtung sind ein Gesamtkunstwerk!), sollte sich als ideale Umgebung f\u00fcr dieses audiovisuelle Universalerlebnis herausstellen.<br \/>\nDer F\u00f6rster, in hiesigen Breiten mittlerweile selten zu erleben, hatte f\u00fcr diesen Abend seine \u201eFrom London to New York City\u201c &#8211; Tour unterbrochen und zeichnete sich mit seiner, \u00fcber die transatlantischen Grenzen hinaus, unerreichten Kunst des Auflegens f\u00fcr die Musik auf dieser Veranstaltung verantwortlich. Zweifellos ist der F\u00f6rster immer noch und immer mehr der \u201eGodfather of Compact Disc(o)\u201c, wie ihn Ron Gravis, Musikkritiker der New York Times, bereits 1997 bezeichnete. Kaum ein Zweiter schafft es wie er, dem musikaffinen, dennoch zumeist in einem \u00fcberschaubaren Radius an musikalischen Stilen umhert\u00e4nzelnden Publikum, die Ohren \u00fcber den bekannten Plattentellerrand hinaus zu \u00f6ffnen, ohne dabei in die mainstreammosaikhafte Beliebigkeit zu entgleiten. Mit seinem Sound spannte der F\u00f6rster am Sonnabend wieder einmal ein g\u00e4nzlich entz\u00fcckendes Klangnetz vielf\u00e4ltig verzweigter und gewundener F\u00e4den aus den gro\u00dfartigsten Erzeugnissen nativer und alternativer Popmusik der letzten 50 Jahre.<\/p>\n<p>\u201eGl\u00fcck ist immateriell, zum Gl\u00fcck\u201c (Platon). Dieser von dem (zu Lebzeiten noch gar nicht so) alten Griechen formulierten gl\u00fccklichen Erkenntnis war es wohl zu verdanken, dass die allein von der Musik schon v\u00f6llig beseelten Besucher am Sonnabend beim Anschauen der ausgestellten Bilder nicht Gefahr liefen, vor Gl\u00fcck zu platzen.<br \/>\nDer Berliner Fotograf Martin Koos zeigte ausgew\u00e4hlte Werke seiner Serie \u201eberlin sinfonie eins\u201c, die das abendlich erleuchtete Zentrum der Metropole rund um den Fernsehturm erlebbar werden lassen. Mittels Mehrfachbelichtungstechnik und einer gro\u00dfen Lust am Spiel mit Licht, Farben, Sch\u00e4rfe, N\u00e4he und Distanz geben diese vielschichtigen Bildkompositionen den Betrachtern unterschiedliche Rezeptionsm\u00f6glichkeiten. Ob sie sich einfach an Farben und Stimmigkeit der angefertigten Ergebnisse erfreuen oder ob sie bei l\u00e4ngerem Hinschauen selbst\u00e4ndig Bildebenen kombinieren, ob sie die &#8211; hier konkreten, dort abstrakten &#8211; Elemente sortieren und immer neu zusammenstellen und damit selbst zu kleinen Komponisten ihrer eigenen Berlin Sinfonie werden \u2013 es bieten sich viele M\u00f6glichkeiten.<br \/>\nBei den Bildern handelt sich um Erzeugnisse der k\u00fcnstlerischen Fotografie, die weit \u00fcber das blo\u00dfe Abbilden Berlins hinausgehen. Stattdessen zeigen sie einen poetischen, surreal angehauchten Blick auf die Stadt. Mithin erzeugen und transportieren die Bilder Stimmungen und Gef\u00fchle wie es, sie hervorzurufen, sonst wohl lediglich die Musik vermag. Der erste Teil der \u201eberlin sinfonie\u201c hebt sich auf originelle Weise von den sogenannten Arbeiten unz\u00e4hliger zeitgen\u00f6ssischer Berlin-Fotografen ab, von denen leider zu viele den Ungl\u00fccksraben zugerechnet werden m\u00fcssen, jenes Typus unseres Zeitalters der Selbstverwirklichung also, wie er regelm\u00e4\u00dfig, Woche f\u00fcr Woche, in den Galerie-Lokationen der Stadt anzutreffen ist und dort bei Vernissagen mit viel Tamtam die eigenen, eher minder ausgereiften Spielereien zu Kunst deklariert. An den hochwertigen Acrylglasdrucken, auf denen die \u201eberlin sinfonie\u201c erstmalig \u00f6ffentlich pr\u00e4sentiert wurde, konnte man sich somit schwerlich sattsehen, hier und da konnte man sogar den Eindruck gewinnen, der wohlklingende F\u00f6rster Sound realisiere sich in den Formen und Farben der Bilder \u2013 h\u00f6chster Hochgenuss! Ich habe mir eines der Bilder mit nach Hause genommen und an die Wand geh\u00e4ngt, h\u00f6chster Hochgenuss!<\/p>\n<p><strong>Die Ausstellung \u201eberlin sinfonie\u201c l\u00e4uft noch bis Mitte Mai im B\u00e4nsch, B\u00e4nschstr.79, Berlin-Friedrichshain, t\u00e4glich ab 19:00 Uhr (montags geschlossen).<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Artikel aus Eventkritik Berlin vom 9.4.2013: Am Sonnabend kam es im B\u00e4nsch zu einer Fotografie \u2013 Ausstellungser\u00f6ffnung mit Musik. 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